Mythos - Dämmen fördert Schimmelbildung -

 

Welche Strategien gegen die Schimmelgefahr wirklich erfolgreich sind!


Eine Aufklärung zur Dämmung der Gebäudehülle: Die in den Medien hervorgerufene Illusion und Vorstellung hält sich nachhaltig in den Köpfen der Bevölkerung aufrecht. "Wärmedämmung soll die Schimmelbildung im Haus fördern, da sie die Abfuhr der feuchten Luft durch die Außenwand verhindert".

Das ist falsch und ich stelle fest: Wände können keine Luft transportieren, dabei ist es gleich ob diese gedämmt oder ungedämmt vorliegen. Für eine Schimmelursache scheidet diese suggerierte Theorie der Luftdurchlässigkeit aus, sie ist seit mehr als 90-Jahre irrelevant.


Der gesundheitsschädliche Pilz wächst dort, darin sind sich alle Bauexperten einig, wo warme und- oder feuchte Raumluft auf kalte Oberflächen auftrifft und kondensiert. Eine fachgerechte Wärmedämmung sorgt daher für ein geringeres Schimmelrisiko, denn warme Außenwände der Wohnung verhindern einen Niederschlag von Feuchtigkeit aus der Luft.

Dämmen ist deshalb eine wichtige Strategie gegen die Schimmelgefahr


Regelmäßiges Lüften und richtiges Heizen sind allgemein bekannt und natürlich gleichermaßen notwendig. Neben der Wanddämmung sollten Hausbesitzer gegebenenfalls auch einen Fenstertausch vornehmen lassen. Alte Fenster ermöglichen einen hohen Wärmeverlust und garantieren somit das Eindringen erheblicher Kälte nach innen. Die Folge ist: Der angrenzende Wandbereich, auch wenn er gedämmt ist, kühlt aus und kann Schimmel ansetzen. Neue Wärmeschutzfenster und neu gesetzte Anschlüsse zur Wand verhindern diese unliebsamen Wärmebrücken zwischen den Bauteilen. Besonders nachteilig ist die Schimmelgefahr dezidiert betrachtet, wenn ein Fenstertausch ohne eine Wanddämmung und ohne eine Dämmung der Fensterlaibung erfolgt. Die Feuchtigkeit in der Luft kann durch regelmäßiges Querlüften niedrig gehalten werden.


Besonders wenn neue, dichte Fenster installiert wurden, ist das nötig, denn sie haben keine undichten Fugen mehr. Zwei- bis dreimal täglich für einige Minuten das Fenster ganz aufzumachen reicht völlig aus. Dabei wird das Schimmelrisiko weitgehend auf natürliche Weise reduziert. Auf keinen Fall sollte das Fenster längere Zeit gekippt werden, auch nicht im Schlafzimmer oder der Toilette. Dadurch kühlen die Wände nur unnötig aus. Hilfreich ist ein Hygrometer, das den relativen Luftfeuchtegehalt feststellt und somit eine persönliche Kontrollfunktion ermöglicht. Liegt der Wert längere Zeit über 60 Prozent im Innenbereich, ist Lüften angesagt. Empfehlenswert und komfortabel ist eine Lüftungsanlage – welche den erforderlichen Luftaustausch automatisch regelt und somit für eine optimale Raumatmosphäre garantiert. 


Angemessenes Heizen ist ebenfalls eine wirksame Waffe gegen den Schimmelpilz:


Hier sollten die Wohnräume nicht zu sehr Abkühlen werden, also weniger als 16 Grad haben und die Temperatur nicht weiter fallen, auch nicht bei gut gedämmten Häusern


 


Infokasten: Eine Wand ist keine zweite Haut


Der Auffassung von der Schädlichkeit der Wärmedämmung liegt folgende


Theorie zugrunde: Intakte Wände müßten, wie die menschliche Haut oder ein


Kleidungsstück, atmen, sonst könne die feuchte Luft die Wohnung nicht verlassen.


Wer die "Wandporen" verschließe, nehme Feuchtigkeit und als Folge


Schimmel in Kauf. Doch: Der Austausch feuchter Luft erfolgt immer ausschließlich


über das Lüften oder über alte, undichte Fenster. Wände selbst können grundsätzlich nicht atmen, es sei denn sie haben Löcher.
 
Geprägt hat
die falsche Vorstellung Max von Pettenkofer im 19. Jahrhundert. Von fehlerhaften Meßergebnissen ausgehend kam der Wissenschaftler zu dem
Schluß, Steinwände seien atmungsfähig. Seit 1928 ist die Theorie widerlegt.
Wolfgang Cremer
FachPresseDienst

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