Wenn Baumängel teuer werden

  Gerichtliche Verfahren um die unfachmännische Ausführung von Handwerkerleistungen haben oft einen hohen Streitwert zur Folge. Bei festgestellten 42.000 Euro lag der durchschnittliche Streitwert bei Mängelrechtsstreitigkeiten privater Auftraggeber. Dies ergab eine aktuelle Studie des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB), für die rund 1.800 baurechtliche Mandate von Vertrauensanwälten des Vereins ausgewertet wurden.

Die Studie illustriert das erhebliche finanzielle Risiko, das von einer gerichtlichen Auseinandersetzung während oder nach den Handwerker-Leistungen ausgeht.

Rechtsstreitigkeiten (bei Mängelanzeigen) sind für Bauherren eine langwierige, kostenintensive und nervenaufreibende Angelegenheit", meint der erste Vorsitzender des BSB. Zumal eine gerichtliche Entscheidung im Sinne der Verbraucher nicht in aller Regel vorausgesetzt werden kann. Denn nur in 59 Prozent der untersuchten Verfahren erreichten die Auftraggeber ihr gesetztes Ziel, in verschiedenen Fällen kam es allenfalls nur zum Vergleich. Ein Drittel der Verfahren ging zudem über mehrere Instanzen - mit einem entsprechend höherem Zeit- und Kostenaufwand. Als Sachverständiger raten wir daher zu rechtzeitiger juristischer Beratung und zu unabhängiger fachlicher Begleitung der geplanten Baumaßnahme/Auftragserledigung. Sachverständige checken den Bauvertrag gründlich auf Ausgewogenheit, Klarheit und Vollständigkeit, und Prüfen die ausgeführten Arbeiten auf fachmännische Korrektheit.

Fachmännische und professionelle Beratung beugt Risiken vor
Für die meist knapp kalkulierte Finanzierung einer Neu/Altbau-Baumaßnahme können Streitigkeiten und langwierige Verzögerungen riskant werden. Nicht nur der Streitgegenstand selbst, auch Gerichts- und Nebenkosten belasten das Budget. Einer Umfrage zufolge summieren sich zum Beispiel Gerichts- und Anwaltskosten im Schnitt auf 8.000 Euro. Für diese Risiken springt keine Rechtsschutzversicherung ein. Die Sachverständigenkosten hingegen befinden sich im unteren Drittel und sind somit mehr als wirtschaftlich.
Da Mängel die Hauptursache für solche juristischen Streitigkeiten sind, sollte man ihnen mit einer baubegleitenden Qualitätskontrolle vorbeugen. Werden Mängel bereits im Ansatz entdeckt und beseitigt, können sie sich gar nicht erst zum Konfliktpotenzial entwickeln. Das erspart beiden Parteien den unangenehmen und teuren Weg zum Gericht.

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