Neue Zahlen zur Arbeitslosenentwicklung 2011

  Die Zahl der Arbeitslosen ist auf den Stand von 1992 gesunken. Im Jahresschnitt 2010 waren 3.244.000 Arbeitslose bei der Bundesagentur für Arbeit registriert. Das bedeutet im Vergleich zu 2009 einen Rückgang von 180.000. Im Oktober 2010 sank die Arbeitslosenzahl unter drei Millionen und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 1992.

Wer gilt als arbeitslos?


Die Antwort darauf steht im Sozialgesetzbuch III. Dort heißt es:


"Arbeitslose sind Personen, die (...)


1. vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen,


2. eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen und


3. sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben."


Außerdem heißt es: "Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten als nicht arbeitslos." Das sind zum Beispiel Arbeitslosengeld-Empfänger, die eine Weiterbildung machen oder einem Ein-Euro-Job nachgehen.


Als arbeitslos gezählt werden können nur Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65 Jahren. Vor allem aber: Sie müssen bei einer Arbeitsagentur oder einem Grundsicherungsträger, also bei einem Jobcenter oder bei einer Kommune, als arbeitsuchend gemeldet sein.


 


  Die Arbeitslosenzahl der BA - ein "Nebenprodukt"


Die Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) gibt monatlich damit nur die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen wieder und zwar nur diejenigen, die dem Arbeitsmarkt unmittelbar zur Verfügung stehen. Sinn und Zweck dieser Vorgehensweise ist eine Information für den Vermittler, wen er gerade vermitteln kann. Deswegen zählen kurzfristig Erkrankte oder sich in einer Umschulung Befindende nicht dazu. Die daraus entstehende Statistik ist somit mehr ein "Nebenprodukt" der eigentlichen primären Vermittlungsarbeit.


 


Die Zählung für die Berichterstattung nimmt die BA an einem Stichtag um die Monatsmitte vor.


 


Unterbeschäftigung


Da die Arbeitslosenzahl jedoch nicht die Arbeitslosengeld I-,  ALG II-Empfänger oder Kurzarbeiter umfasst, berichtet die BA monatlich auch über die Unterbeschäftigung. Dazu gehören unter anderem genau die Beschäftigten des zweiten Arbeitsmarktes sowie Teilnehmer an Weiterbildungen oder an Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Zudem gelten nach der Definition der BA  kurzfristig erkrankte Menschen, Menschen in Altersteilzeit, geförderte Selbstständige und Kurzarbeiter als unterbeschäftigt. So lag die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) im Dezember bei 4.097.000. Im Vergleich zu Dezember 2009 waren das 395.000 oder neun Prozent weniger Personen.


 


Seit sich die Wirtschaft wieder erholt, können Arbeitslosengeld I-Empfänger zumeist rasch wieder vermittelt werden. Teilweise gilt das auch für Bezieher von Arbeitslosengeld II.


 


"Stille Reserve"


Die Zahl der Menschen, die sich nicht arbeitslos melden, wurde vom Statistischen Bundesamt für 2009 auf etwa 1.200.000 geschätzt. Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren sank sie jedoch. Nicht arbeitslos melden sich beispielsweise Frührentner, Hausfrauen, Studenten oder Selbstständige, die keine Arbeit mehr haben. Ein rüstiger 70-Jähriger, der gern arbeiten würde, ist genauso wenig erfasst wie ein Langzeiterkrankter ohne Beschäftigungsverhältnis. Wieder andere haben keinen Anspruch auf Leistungen, weil sie über Vermögen verfügen oder der Ehepartner ein entsprechend hohes Einkommen bezieht.


 


Interessant: Die Zahl Erwerbstätiger und Erwerbsloser


Im Hinblick darauf, wie viele Menschen in Deutschland arbeiten, ist auch die Zahl der Erwerbstätigen interessant. Zu den Erwerbstätigen zählen alle, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, geringfügig Beschäftigte, Soldaten) oder als Selbstständige beziehungsweise als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben, unabhängig vom Umfang dieser Tätigkeit. Menschen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen werden dabei nur einmal mit ihrer Haupterwerbstätigkeit erfasst.


 


Im Durchschnitt des Jahres 2010 waren rund 40,37 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Wie das Statistische Bundesamt nach ersten vorläufigen Berechnungen mitteilt, entspricht dies im Vorjahresvergleich einer Zunahme um 197.000 Personen oder 0,5 Prozent.


 


Nach vorläufigen Schätzungen auf Basis der Arbeitskräfteerhebung sank die Zahl der Erwerbslosen (nach international vergleichbarer Definition) im Schnitt des Jahres 2010 in Deutschland um 297 000 Personen (– 9,2 Prozent) auf 2,93 Millionen. Die Zahl der aktiv am Arbeitsmarkt verfügbaren Erwerbspersonen, definiert als Summe von Erwerbstätigen und Erwerbslosen, verminderte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 100 000 Personen auf 43,3 Millionen.

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