Lass laufen -Fließestrich-

  Fließestrich verbindet wirtschaftliche, ergonomische und einbauspezifische Vorteile ideal miteinander. Sein Bindemittel verleiht dem fließfähigen, leicht einzubauenden Estrich eine hohe Leistungsfähigkeit mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Fließestrich wird angeboten in den Festigkeitsklassen FE 20 und FE 30 (Estrich nach DIN 18560). Geeignet ist er für alle Oberbeläge mit Anwendungsgebieten im Wohn- und Wirtschaftsbau — vorn Einfamilienhaus über Bürogebäude bis hin zu Einkaufszentren.

Die Stärken von Fließestrich zeigen sich bei Neubau, Umbau und Sanie­rungsmaßnahmen. Dabei gilt: je größer die zusammenhängenden Flächen, umso größer der Baufort­schritt und die Zeitersparnis. Fließ­estriche bieten ergonomische und baustofftechnische Vorteile gegen­über anderen Estrichbaustoffen, ins­besondere gegenüber konventionell hergestellten Zementestrichen. Der Marktanteil von Fließestrichen hat daher in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen.


Die Vätergeneration der heutigen Estrichleger hatte es wohl leichter. Denn in der Regel standen nur zwei Bindemittelarten zur Verfügung: Anhydritestrich für größere Flächen und Zementestrich für alles andere. Doch die Zeiten haben sich geändert, und so schenken die Estrichleger dem Fließestrich immer mehr Beachtung.


Ende der Knochenarbeit


Das Stadium der gebückten Haltung kann getrost verlassen werden. Wenn alles fließt, ist Schluss mit der Kno­chenarbeit!


Mit weniger Körpereinsatz und mehr Geschicklichkeit kann der Fachunter­nehmer nunmehr sein Fachwissen in der Praxis anwenden. Dass der Cal­ciumsulfat-Fließestrich dabei auch in traditionelle Bereiche wie Wohnung oder Büroflächen eingedrungen ist, sei hier als weiterer Fortschritt ange­führt.


Fließestrich ist ein Baustoff, der wirt­schaftlich, baustofftechnische, ergo­nomische sowie einbauspezifische Vorteile ideal miteinander verbindet. Der Begriff Estrich verweist sowohl auf das Bauteil als auch auf die für die Herstellung des Bauteiles ver­wendeten Baustoffe. Im Sinne der DIN 18 550-1 ist Estrich unmittelbar oder mit einem Belag versehen als Boden nutzfähig


Anhydrit-Fließestrich


Im Trend liegt die Verarbeitung und der Einsatz von Anhydrit-Fließestrich. Heute kann dieses Produkt schon mit einem Marktanteil von etwa 3o Prozent aufwarten. Tendenz stei­gend. Der Grund liegt auf der Hand: wachsendes Kostenbewusstsein bei gleichzeitig schrumpfenden Märkten. Wer heute bauen will, peilt kür­zere Bauzeiten an, um damit Kosten zu sparen. Das seit Jahren bewährte System bietet etliche Vorteile: Kurze Einbau­zeit gesunde Arbeitshaltung, schnelle Begehbarkeit, ebene Flächen, die fugenlose Verlegung auch großer Flächen, hohe Festigkeit und gute Wärmeleitung. Aber was ist ein Anhydritestrich - kurz AE genannt - überhaupt, wie wird dieser verarbeitet, welche Tagesleistungen sind möglich und was sollte alles beachtet werden? Fließestriche bestehen aus Anhydrit, Spezialgipsen, Fließmitteln und Zu­schlagstoffen, wie körniger Natur­anhydrit, Kalkstein und Quarzsand. Das Bindemittel bei Fließestrichen besteht in der Regel aus Calciumsul­fat (Anhydrit, -Halbhydrat). Die Liefer­formen für Anhydritestrich sind die bekannte Sackware oder - wenn ge­wünscht - lose in Silo oder Container.


Maschinelle Verarbeitung


Verarbeitet wird der Anhydritestrich mittels kontinuierlich arbeitender Mischpumpen, mit denen Wasser zudosiert, der Mörtel gemischt und durch einen Schlauch auf die Bau­stelle gepumpt wird. Aufgrund der bereits werkseitig hergestellten Mi­schung können mit entsprechenden Maschinen hohe Förderleistungen erzielt werden. Bei großflächiger Verlegung können dabei Estrichflächen bis zu 1500 mITag hergestellt wer­den. Eingebaut wird der Fließestrich als Verbundestrich, Estrich auf Trenn­schicht und Estrich auf Dämmschicht sowie auf Fußbodenheizung und Installationsböden. Bei der Unter­grundvorbereitung ist darauf zu achten, dass kein Estrichmörtel durch Öffnungen wegfließen und zum Beispiel bei Estrich auf Dämmschicht Schallbrücken bilden kann. Durch seine Konsistenz ist der Fließestrich selbstverdichtend, so dass keine Ver­dichtungsarbeit durch den Verarbei­ter erforderlich ist. Er erhält sehr hohe Biegezugfestigkeiten und kann deshalb in geringerer Schichtdicke als Zementestrich eingebaut werden. Bereits ein Tag nach dem Einbau ist er begehbar und nach drei Tagen be­lastbar. Aufschüsseln der Ecken und Ränder und in der späteren Nutzung eintretendes Abreißen der Randfugen sind bei Fließestrich nicht zu beob­achten. Die Grundsätze der Fugenausbildung bei Estrichen sind in der DIN 18 560, Teil 2 niedergelegt.


Fugen


Aufgrund der guten Raumbeständigkeit sind auch bei großen Flächen, zum Beispiel mehr als 1000 m2, keine Bewegungsfugen erforderlich (nur die Bewegungsfugen der Unterkonstruktion müssen durchgehen). Bei Heizestrichen sind jedoch Dehnungs­fugen vorzusehen, wenn die Seiten­längen der Estrichflächen sechs bis sieben Meter übersteigen.



Fußbodenheizung


Besondere Vorteile bietet der Fließ­estrich bei der Verlegung auf Fuß­bodenheizung. Durch den dichten Anschluss an die Heizrohre und die hohe Wärmeleitfähigkeit, die über der in der DIN 4108 für Zementestri­che ausgewiesenen Wärmeleitfähig­keit liegt, ist eine gute Wärmeabgabe vom Heizrohr an die Umgebungsluft gegeben.



Hohlraumboden


Da die Verlegung von Leitungen in­nerhalb von betrieblich genutzten Gebäuden immer wichtiger wird, vor allem nach Fertigstellung des Bau­werks, ist der Einbau von Installa­tionsböden eine Notwendigkeit. Damit die Fußböden allen Anforde­rungen gerecht werden, gibt es ein Hohlraumboden-System, das mit Fließestrich abgedeckt wird. Das System des Hohlraumbodens ist prak­tisch nur mit Fließestrichen wirt­schaftlich zu realisieren.


Bodenbeläge


Als Schlussbeschichtung können Fließestriche mit allen üblichen Bo­denbelägen, Laminat oder Holzpar­kett belegt werden. In Abhängigkeit vom Belag sind die erforderlichen Restfeuchtegehalte der Estriche ab­zuwarten (Lüften ist erforderlich). Heizestriche sind vor der Belag wer­legung trocken zu heizen. Fließestrich wird nach DIN 18 560 in den Festigkeitsklassen 12,20,3o oder 40 hergestellt. Je nach zu erwartender Verkehrslast (DIN 1055) und Art der Konstruktion liegt die Estrichnenn­dicke zwischen 35 und über go mm. Anhydrit- und Gipsestriche sind stark saugfähig. Ihre Oberfläche muss da­her vor dem Belegen grundiert wer­den. Hat sich an der Oberfläche eine so genannte Sinterhaut gebildet, muss diese vor der Grundierung durch Schleifen entfernt werden. In Bädern der Wohnungsbauten muss die Estrichoberfläche abgedichtet sein, so dass Oberflächenfeuchte nicht in den Estrich eindringen kann. Ebenso müssen Estriche gegen Bo­denfeuchtigkeit, nicht drückendes und drückendes Wasser abgedichtet werden (zum Beispiel durch Einbau von Bitumendichtungsbahnen).


Trocknungsverhalten


Selbst in den kalten Monaten oder bei ungünstigen Witterungs- oder Baustellenbedingungen kann der Fließestrich gut austrocknen. Natür­lich gilt hier, wie bei allen anderen mit »Wasser« angefertigten Mate­rialien der Kälteschutz, in Form einer so genannten Zwangsheizung, was im Neubaubereich allgemein üblich und gängige Praxis ist. Dadurch ver­ringert sich die Trocknung des Fließ­estrich ohne Beeinflussung seiner guten typischen Eigenschaften er­heblich, Die Zusatzheizung oder Zwangshei­zung sollte  frühestens vier Tage nach dem Einbau beginnen. Für Folge­gewerke zum Beispiel Maler, Stucka­teur, Trockenbau oder Installation gilt, dass durch diese keine großen Mengen Wasser nachträglich in den Estrich gelangen sollten. Zugehängte Fassaden können einen intensiven Luftaustausch verhindern und somit ebenfalls die Austrocknungszeit des Estrichs verlängern.

"Nach der internen Statistik des Industrieverbandes Werkmörtel (IWM) befindet sich der Baustellenestrich weiter auf dem Rückzug und wird zunehmend durch moderne Fließestriche ersetzt. Im Jahr 2009 sank der Anteil von Baustellenestrich am Gesamtmarkt erstmals auf unter 50 Prozent. Im Jahr 2010 hat sich dieser Trend fortgesetzt.
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Das Original mit Checklisten und Aufnahmen unter "Lass laufen"

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