Innendämmung im Bestand

  RICHTIG DÄMMEN - Lässt sich der Kundenwunsch nach mehr Gebäude-Energieeffizienz mit einem Wärmedämm-Verbundsystem aufgrund der Gebäudesituation nicht realisieren, kommt eine Innendämmung in Betracht.

In den letzten Jahrzehnten hat es hinsichtlich der Ausstattung und Nut­zung der bestehenden Gebäude eine Vielzahl von Veränderungen gegeben, die wesentlich auf Bemühungen zur Energie­einsparung zurückzuführen sind. Hervorge­hoben sei nur der Einbau moderner Fenster in eine alte Bauhülle oder das vom Wunsch nach Kostensenkung veränderte Lüftungs­und Heizverhalten. Diese und andere Einflüsse führen vermehrt zur Schimmelbil­dung in Bestandsbauten. In der Regel ist die Bausubstanz nach wie vor in Ordnung, auch wenn die nicht dem heutigen Standard der Wärmedämmung entspricht. Durch die veränderten Bedingungen (insbesondere des Raumklimas) treten nun Wärmebrü­cken in Erscheinung. Das betrifft insbe­sondere vorspringende Außenwinkel und -ecken, Deckenauflagen, Laibungen und Stürze. Wärmetechnisch wäre es die beste Lösung, das gesamte Gebäude mit einem WDVS zu versehen. Ein WDVS ist besonders schwer realisierbar, wenn Anforderungen des Denkmalschutzes einzuhalten sind. Eine Innendämmung ist bei lokal begrenz­ten Wärmebrücken die wirtschaftlichste Lösung zur Verbesserung der Situation.


 


Die verschiedenen Formen der Ausführung


Eine Innendämmung von Außenwänden kann auf folgende Arten ausgeführt werden:


 


Mit Verbundplatten: Sie bestehen aus Werkstoffen, die mit einer Dämmung aus Mineralfaser oder Polystyrol kaschiert sind. Die Herstellung basiert auf die DIN-Vorgaben 13950 und 18184. Je nach bauphysikalischen Anforderungen ist zwischen Plattenwerkstoff und Dämmung eine Dampfbremse vorgegeben. Die Bauweise besteht aus einer Dämmung, die direkt auf die Bestandswand appliziert wird, gegebenenfalls in Verbindung mit einer Dampfbremse und direkt aufge­brachtem Trockenputz. Alternativ können auch Gipsplattenprodukte nach DIN EN 14190 eingesetzt werden, wenn die Eignung für diesen Anwendungsbereich durch den jeweiligen Hersteller bestätigt wird.


 


Direkt befestigte Vorsatzschalen: Dieses System bietet die Möglichkeit, Installationsleitungen in der Konstruktion zu verlegen. Bei einer Vorsatzschale spielt die Qualität des Untergrunds keine Rolle. Sie ist variabel im Einsatz der Dämmstoffe und kann den Schallschutz sowie den Feuerwiderstand der Bestandswand deutlich verbessern.


 


Anwendung von Wärmedämmstoffen: Nach der deutschen Anwendungsnorm DIN 4108 10: 2008 06 eignen sich für die Innendämmung Mineralwolle-Dämm­stoffe nach DIN EN 13162:2009 02 und Dämmstoffe aus EPS-Hartschaum nach DIN EN 13163:2009 02 mit den Bemes­sungswerten der Wärmeleitfähigkeit nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung von 0,040 W/ (m• K), 0,035 W/ (m.K) und 0,032 W/ (m•K).


 


Mineralische Platten: Solche aus Cal­ciumsilikat bestehenden Dämmstoffe haben eine geringere Dämmleistung, können aber je nach Luftfeuchtigkeit im Raum Wasserdampf aufnehmen und wie­der abgeben. Das senkt die Gefahr von Schimmelbefall. Eine Dampfbremse oder Dampfsperre ist nicht erforderlich.


 


Wärmeschutzwerte der ENEV beachten: Werden bauliche Veränderungen vorgenommen, sind die Vorgaben aus der Energieeinsparverordnung zu beachten. Bei Innendämmmaßnahmen sind nach der Sanierung bestimmte Obergrenzen als zulässiger Wärmedurchgangskoeffizient Umax einzuhalten. Änderungen zu den Vor­gaben der EnEV kann in Ausnahmefällen für Baudenkmäler und besonders erhaltens­werte Bausubstanzen, bei den Landesbau­behörden beantragt werden. Um dem Tauwasserausfall im Gebäude vorzubeugen, ist in vielen Fällen bei Innendämmmaßnahmen die zusätzliche Anordnung absorbierender Schichten mit entsprechendem Dampfdiffusionswider­stand erforderlich. Hier sind insbesondere Folien wie Dampfbremsen oder Dampf­sperren geeignet. Der Regelnachweis zum Feuchteschutz wird anhand der bauphy­sikalischen Randbedingungen nach DIN 4108 3:2001 07 (Glaserverfahren) geführt. Bei Luftundichtheiten (Konvektion) können erheblich größere Tauwassermengen als durch Diffusion entstehen. Deshalb ist ein Hinterströmen der Dämmung durch einen beständig dichten Anschluss der Luftdich­theitsebene an die vorhandenen Bauteile wirksam zu unterbinden.


 


Kriterien für Innendämmmaßnahmen: Die Außenwand muss trocken sein, das betrifft z. B. intakte horizontale und vertikale Sperrschichten oder den Schlagregenschutz. Bei Bestandswänden sind gegebenenfalls die abdichtenden Beschichtungen zu entfernen oder zu perforieren. Je nach Bedarf erfolgt die Verlegung einer Dampfbremse innenseitig vor der Wärmedämmung. Diese muss dau­erhaft dicht an die vorhandenen Bauteile verbunden werden. Besonders sorgfältig sind Innendämmmaßnahmen bei Fachwer­kaußenwänden zu planen, um Feuchtig­keitsschäden in der besonders sensiblen Fachwerkkonstruktion zu vermeiden. Mit Innendämmmaßnahmen verbinden sich in der Regel Temperatur und Feuchteän­derungen in der Bestandskonstruktion. Falls erforderlich, ist deshalb eine Ver­träglichkeitsprüfung für die jeweiligen Bauteilschichten durchzuführen. Dies gilt z. B. in besonderem Maße für Balkenköpfe von Holzbalkendecken, die in raumseitig gedämmte Außenwände einbinden. Die Dämmschichtebene ist möglichst durchgängig anordnen. Metallprofile ver­wendet man freistehend ohne Kontakt zum Außenbauteil. Sofern konstruktiv möglich, vermeidet man den Kontakt von Gipsplat­ten mit den Außenbauteilen. Flankierende Innenwände schließt man nicht direkt an die Außenwand an, sondern an eine durch­gehende wärmedämmende Innenvor­satzschale oder Wärmedämmschicht. Bei Schalischutzanforderungen sollte man die Innendämmung akustisch trennen. Sofern Geschossdecken oder massive Trennwände in das Dämmsystem eingebunden sind, bringt m an zusätzlich Dämmstreifen bzw. Dämmkeile an. Eventuell lässt sich das einbindende Bauteil vollständig dämmen. Fensterleibungen dämmt man ebenfalls umlaufend, um Tauwasser und Schimmel­bildung zu vermeiden. Bei vorhandenem Schimmelbefall muss eine Trockenlegung der betroffenen Wandfläche sowie eine Grundsanierung vor dem Aufbringen der Innendämmung durchgeführt werden.


 


Die passende Lösung auswählen.


Das individuell geeignete System auszu­wählen ist aufgrund der unterschiedlichs­ten baulichen Rahmenbedingungen am Objekt nicht einfach. Hier unterstützen die Hersteller den Handwerker mit der Erstel­lung von Diagrammen und den erforder­lichen Berechnungen, um eine geeignete Lösung zu finden. So lässt sich auch am besten die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung erfüllen. 
 


 VORTEILE DER INNENDÄMMUNG



   Die Fassade und die vorhandenen Gestaltungsmerkmale bleiben erhalten, z. B. bei Sichtmauerwerk, Fachwerk, Holzfassade oder hinterlüftete Fassade



Angrenzende Bauwerke
oder geringe Gebäudeabstände verursachen keine Probleme.



Die Dämmmaßnahme
lässt sich in einzelnen. 
  Wohnungen bzw. Räumen durchführen.



Kellerräumen
lassen sich für Wohn- und Hobbyzwecke umnutzen.



Ein Gebäude
soll nur temporär genutzt bzw. beheizt werden bzw. eine schnelle Erwärmung der     Räume ohne lange Vorlaufzeiten ist gewünscht.



Die Behaglichkeit
steigt aufgrund höherer raumseitiger
Oberflächentemperaturen  der Außenwände.

Ist Ihr Interesse geweckt, oder haben Sie Fragen?
Dann freue ich mich über Ihre Nachricht.

Autoren

Archiv

2013
April (3)
März (12)
Januar (1)
2012
Dezember (1)
2011
August (3)
Juni (3)
Mai (2)
April (4)
März (1)
Januar (9)
2010
Dezember (4)
November (9)
Oktober (19)

Statistik

  • Artikel: 71
  • Kategorien: 9
  • Uptime: 2594 Tage